Pflanzen

Bergulme (Ulmus glabra)

Bergulme im Nationalpark Schwarzwald
Bergulme im Nationalpark Schwarzwald
Bergulme über 400 Jahre alt
Ulmen können sehr alt werden. Hier ein über 400 Jahre altes Exemplar.

Sie wird gerne als Alleen- oder Parkbaum gepflanzt, lebt aber in der Natur in Mischwäldern vom Tiefland bis in rund 1300 Meter Meereshöhe. Die sommergrüne Bergulme kommt zerstreut in Schluchtwäldern und schattigen Hangwäldern vor, in solchen Lagen findet sie sich auch im Nationalpark Schwarzwald. Sie wird bis zu 40 Meter hoch und kann Stammdurchmesser bis zu drei Metern erreichen. Sie kann 400 Jahre alt werden. 1992 wurde sie zum Baum des Jahres gewählt.

Die Laubblätter sind asymmetrisch oval und spitz zulaufend mit 13 bis 20 Nervenbahnen, die in einem gezackten Rand enden. Sie Blätter sind acht bis 20 Zentimeter lang und an der Unterseite kurz behaart. Größere Blätter sind oft dreispitzig.

In der Blütezeit im März und April bildet sie kleine, knäuelige zwittrige Blütenstände. Die Früchte reifen von April bis Mai. Sie bestehen aus einem Samen, der von einem grünen, ovalen Flügelblättchen umgeben ist. Damit kann die Bergulme bereits Photosynthese betreiben, bevor das Laub ausgetrieben ist. Die Samen werden also durch den Wind verbreitet, aber nur bei starkem Wind über größere Strecken.

Laub der Bergulme
Die Blätter der Bergulme ähneln denen der Buche und sind asymmetrisch. Die Samen sind von einem ovalen Flügel umgeben.

Die Bergulme ist in ganz Europa verbreitet, vom Mittelmehrraum bis Südskandinavien, von Großbritannien bis zum Ural. Leider hat ein Pilz sie fast zum Aussterben gebracht, sie ist hochgradig gefährdet. Das bekannte Ulmensterben hat schon vor rund 100 Jahren begonnen. Der Schlauchpilz Ophiostoma ulmi wurde vom Menschen aus Ostasien nach Europa verschleppt und wird vom Ulmensplintkäfer, einer Borkenkäferart, übertragen. Es ist also nicht der Borkenkäfer selbst, der den Ulmen zusetzt, sondern dieser Pilz. Er verstopft die Tracheen, also die Lebensadern der Bäume und bringt sie so zum Absterben. Diese Entwicklung wird noch durch Grundwasserabsenkung beschleunigt. Hauptsächlich die Bergulme ist betroffen.

Vermutlich durch Funierholz wurde der Pilz 1928 nach Nordamerika exportiert, wo er die meisten Ulmen vernichtete. In den Niederlanden wurden zwischenzeitlich resistente Ulmenklone gezüchtet, sodass die Krankheit Mitte des 20. Jahrhunderts abnahm. Doch dann wurde ein resistenter Stamm des Pilzes aus Amerika zurückimportiert und drang gleichzeitig nach Europa und Asien ein. Allein in England starben daraufhin rund 70 Prozent des Ulmenbestandes ab.

Ausgestorben ist die Ulme noch nicht, aber die Lage ist sehr ernst.

(Fotos: Jörg Klüber/Nationalpark Schwarzwald, angieconscious/pixelio.de)