Tiere

Kreuzotter (Vipera berus)

Die Kreuzotter gilt als stark gefährdet. Im Nationalpark kommt sie vor allem auf den Grinden vor.

Die Kreuzotter gehört zu den Vipern und ist an ihrem dunklen Zickzackband, dem länglich dreieckigen Kopf und den senkrechten Pupillen gut zu erkennen. Sie wird zwischen 60 und 80 cm lang. Häufig sieht man auch die so genannte Höllenotter, eine schwarze Kreuzotter. Die Schlangen lieben Wald-Heide-Moor-Gebiete und sind im Nationalpark hauptsächlich auf den feuchten Bergheiden, den so genannten Grinden zu Hause. Auf ihrem Speiseplan stehen Mäuse, Frösche und Eidechsen. Kreuzottern sind zwar giftig, sie fliehen jedoch normalerweise sobald sie Bodenerschütterungen wahrnehmen. Sie beißen – außer bei der Jagd – nur zu, wenn sie massiv bedroht und berührt werden. Für den Menschen ist ihr Biss selten gefährlich, obwohl das Gift bis zu dreimal so giftig ist wie das der Klapperschlange. Denn der Giftvorrat der Kreuzotter beträgt nur elf bis 18 Milligramm, gefährlich wird es für Menschen erst bei vielfach größeren Mengen. Zudem verschwendet die Kreuzotter ihr Gift nicht, bei den meisten Verteidigungsbissen setzt sie es kaum oder gar nicht ein.

Wenn im März der SchnPM_Kreuzotter_WalterFinkbeiner1ee langsam schmilzt, kommt zunächst das Kreuzotter-Männchen aus seinem Winterquartier, um die Wärme der Sonne zu tanken. Kreuzottern sind die einzigen Schlangen, die man schon über Schnee hat kriechen sehen, obwohl sie wie alle Reptilien wechselwarm sind. Nach der Frühjahrshäutung machen sich die Männchen auf die Suche nach paarungsbereiten Weibchen, die in der Zwischenzeit mit den Jungtieren ihre Winterruhe ebenfalls beendet haben. Die Paarung erfolgt Anfang/Mitte Mai an traditionellen Paarungsplätzen. Nach dem Ende der Paarungszeit wandern die Männchen zu besonderen Sommerplätzen während die Weibchen sich weiterhin in der Nähe der Paarungsplätze aufhalten. Mitte August bis Ende September bringen die Weibchen durchschnittlich 7 bis 11 Junge zur Welt. Ab Oktober wandern die Reptilien in ihre Winterquartiere, wo sie bis März in einer Kältestarre verharren.

(Fotos: Walter Finkbeiner/Nationalpark Schwarzwald)

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