Natur

Sommerträume: Unterwegs zum Wildsee

Nationalpark Schwarzwald Magazin Online, Galerie, Bannwald, Wildsee

Rasanter Abstieg zum Wildsee

Ab durch den wilder werdenden Wald zum Wildsee… Oder heißt er Wilder See? Einerlei, der fast mysthisch anmutende, dunkel ruhende See hört auf beide Namen. Und ihn zu finden ist leicht. Denn der Karsee zwischen Ruhestein und Darmstätter Hütte ist eines der beliebtesten Wanderziele im Nationalpark Schwarzwald – und entsprechend gut ausgeschildert. Unser Video zeigt den Abstieg vom Wildseeblick am Eutinggrab durch den seit 100 Jahren unberührt daliegenden, ehemaligen Bannwald. Heute ist dieser Wald Herzstück der Nationalpark-Kernzone. Guckt`s euch an – und träumt ein bisschen mit uns vom Sommer…

Was ist ein Karsee?

Durch ihre unergründliche, dunkle Tiefe standen die Karseen immer schon im Mittelpunkt von Sagen und Legenden. Die Menschen im Schwarzwald glaubten, sie verhüllten eine fremde Welt und seien von Wassergeistern bewohnt. Tatsächlich entstanden die dunklen Karseen im Schwarzwald in der letzten Eiszeit. Meist, wenn ein Gletscher sich über einen steilen Abhang oder eine Felswand, die Karwand, bewegte und darunter auf ebenen Grund stieß. Das Gletscherwasser und das Geröll, das der Gletscher mit sich führte, höhlten ein Bassin aus. In diesem blieb nach der Gletscherschmelze das Wasser stehen. Bis heute werden die Karseen weiter von Quellen, Bächen und Niederschlägen gespeist. Die Entstehung ist damit geologisch geklärt – die magische Faszination der „dunklen Augen“ wirkt jedoch weiter.

Was war der Bannwald?

Ein Wald, auf dem ein Bann liegt – was heißt das? Nun, das ist ein Stück Natur, von dem jeder tunlichst seine Finger lassen sollte. Ganz einfach: Hier wurde kein Holz geschlagen, kein Baum gepflanzt. Kurz, der Wald durfte hier wieder wild werden. Heute gilt dieser Naturschutzgedanke natürlich für große Teile des Nationalparks. Aber: Der Bannwald Wilder See wurde 1911 geschaffen! Damals war das ein radikaler Schritt, lange bevor irgendjemand über einen Nationalpark nachdachte. Und er war der Beginn der Naturschutzbewegungen. Echt sehenswert also: Der älteste ein Stück wilder gewordene Wald Baden-Württembergs! Damals nur 84 Hektar groß – 1998 dann auf 150 Hektar erweitert. Und heute inmitten der Kernzone des 10.000 Hektar großen Nationalparks Schwarzwald gelegen und in diesem aufgegangen.

Hinweise zum Verhalten im Nationalpark

  • Bleibt auf den ausgewiesenen Wegen. Im Nationalpark steht euch ein umfassendes ausgewiesenes Wegenetz attraktiver Wege zur Verfügung.
  • Lasst eure Hunde nicht frei laufen.
  • Beunruhigt, stört oder füttert die Tiere im Nationalpark nicht. Stellt den Tieren nicht nach.
  • Parkt nur in dafür ausgewiesenen Bereichen.
  • Macht kein offenes Feuer und raucht nicht im Nationalpark.
  • Nächtigt nur an dafür bereitgestellten und gekennzeichneten Bereichen innerhalb des Nationalparks.
  • Sammelt außerhalb der hierfür ausgewiesenen Bereiche keine Pflanzen oder Pflanzenteile. Informationen zu den ausgewiesenen Heidelbeersammelflächen erhaltet ihr an den Informationsstellen des Nationalparks.
  • Badet nicht in den Gewässern des Nationalparks. Die Fließgewässer wie auch die Karseen des Nationalparks sind seltene und sensible Biotope.
  • Lasst nichts zurück. Helft uns, indem auch ihr für einen sauberen Nationalpark sorgt.
  • Achtet auf umstürzende Bäume und herabfallendes Totholz. Innerhalb des Nationalparks bestehen erhöhte waldtypische Gefahren, weil hier das Altern und Vergehen von Bäumen ermöglicht wird. Ihr betretet den Nationalpark auf eigene Gefahr. Besondere Beachtung gilt bei Unwetter und Sturm.
  • Achtet auf eine gute Ausrüstung mit festem Schuhwerk und Regenschutz sowie genügend Trinkwasser und Verpflegung.