Abseits des Parks Tourismus

Abseits des Parks: Auf den Spuren der Flößer

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Wilder Schwarzwald?

In den Kernzonen des Nationalparks Schwarzwald hält sich der Mensch vollkommen aus der Natur raus. Der Wald verwandelt sich hier, unbeeinträchtigt vom Menschen, in echte Wildnis zurück. Ein langsamer Prozess, aber ein Anfang ist gemacht – schon jetzt ist die Natur im Nationalpark „Eine Spur wilder“. Das war nicht immer so. Überall im Schwarzwald wurde in den zurückliegenden Jahrhunderten intensive Waldwirtschaft betrieben. Holz war für die Bewohner der Höhen oftmals das einzige, um den Lebensunterhalt der Familie bestreiten zu können. So wie zur Hochzeit der Flößer, die vom Ende des 14. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Bild der Holzwirtschaft im Schwarzwald geprägt haben.

Auf den Spuren der Flößer

Der Schwarzwald war zu diesen Zeiten unwegsam. Steile, schmale Bergeinschnitte, keine Straßen und Wege. Dafür reichlich Holz. Und viele kleine Flüsse. Wasser also der einzige Transportweg für die mächtigen Stämme der Tannen und Fichten. Entsprechend gefährlich war der Job. Die Holzarbeiter schlugen die Bäume weit oben im Wald. Auf großen Rutschbahnen, den Holzriesen, ließen sie die Hölzer gen Tal zum Flussufer rauschen – mit bis zu 70 km/h! Eine gefährliche Arbeit. Genauso wie das Flößen im Anschluss. Denn waren die Stämme erst mal zu Flößen zusammen gebunden, mussten sie von den Flößern darauf stehend gelenkt werden. Wer da nicht sicher stand, geriet im schlimmsten Fall in den Fluss und unter sein Floß.

Holzriese gesucht

Aber offensichtlich war es ein rentables Geschäft – denn die Holzriesen wurden teils sogar mit aufwändig gebauten und sicherlich teuren Sandsteinmauern gestützt. Die kann man noch heute im Wald entdecken. Wenn man sich auskennt und genau hinschaut. Wie am Absbach, in Bad Rippoldsau. Und wenn man schon mal da ist, kann man auch gleich ins Wald-Kultur-Haus schauen, in die kleine Dauerausstellung zur historischen Waldnutzung. Spannend, wenn man hier in das Leben der Menschen von früher eintauchen kann… Guckt es euch an:

Im Winter wurde übrigens nicht geflößt – das war selbst den wagemutigen Burschen von damals zu gefährlich! Kein Wunder, wenn man sich im Video das Eis und den Wasserstand anschaut…

Und hier die Bilder nochmal in Ruhe:

Informationen zur Holzwirtschaft und der Flößerei auf der Kinzig und ihren Zuflüssen bekommt ihr beispielsweise bei einem Besuch des Wald-Kultur-Hauses in Bad Rippoldsau. Die kleine Dauerausstellung ist täglich geöffnet und ist kostenfrei.

Wer mehr über die Flößer wissen möchte, kann auch auf den Webseiten der Wolfacher Kinzigflößer e. V. nachschauen. Das Flößerfest in Wolfach mit Schauflößen findet in diesem Jahr vom 19.-21. August statt.

Bilder: Edgar Baur, Wolfacher Kinzigflößer e. V. / Franziska Schick
Video: Franziska Schick

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