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Im Nationalpark in Panama

Oh, wie grün ist Panama

„Oh, wie schön ist  Panama“  haben der kleine Tiger und der Bär in Janoschs Kinderbuch  erkannt und sich flugs auf den Weg gemacht, ohne das Ziel allerdings je zu erreichen. Sie glaubten nur, dort zu sein. Der Zeichner und Auto hat mit seinem berühmten, 1978 erschienen Kinderbuch, dem mittelamerikanischen Staat zumindest in Europa zu großer Bekanntheit verholfen. Und anders als bei Tiger und Bär ist die Erschließung durch den Tourismus längst erfolgt.

Das Land selbst, wirtschaftlich stark geprägt vom 1914 eröffneten Panamakanal, verfügt über sogar nahe an die Metropole Panama-Stadt heranreichende Naturschönheiten, von denen die wesentlichsten in 15 Nationalparks untergliedert sind. Der größte ist der „Darien-Nationalpark“,der mit 579.000 Hektar seit 1981 zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt und im Jahr 1983 zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Der durch seine ungewöhnlich große Biodiversität bekannte Nationalpark markiert zudem die grüne Grenze nach Kolumbien und verbindet sich direkt mit dem kolumbianischen Nationalpark Los Katios, der ebenfalls zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Dieser dichte und schwer zugängliche Regenwald ist auch Grund dafür, dass noch heute zwischen Panama und Kolumbien kein offizieller Grenzübertritt über den Landweg möglich ist, wenngleich seit langemAnstrengungenunternommenwerden,denbislang geschlossenen Flaschenhals in Zentralamerika durch Fertigstellung der berühmten „Panamericana“, jener Nord- Süd-Route, die auf rund 25.000 Kilometer Länge Alaska mit Feuerland verbindet, zu öffnen. Läppische 90 Kilometer fehlennoch, doch dass dieser Katzensprung nicht gelingen mag, hat triftige Gründe und sollte ernst genommen werden. Neben der Zerstörung des tropischen Regenwalds mit Auswirkungen auf die dort lebenden indigenen Volksgruppen, die bis heute durch die Abgeschiedenheit ihre Kultur und ihre traditionellen Lebensweisen weitestgehend erhalten konnten, befürchten die Gegner auch eine Zunahme des kolumbianischen Drogenhandels auf dem Landweg nach Nordamerika.

Mit 270.000 Hektar Grundfläche ist der Coiba Nationalpark von einer ganz anderen Charakteristik, besteht er doch aus 38 pazifischen Inseln, von denen die größte Coiba ist. Rechnet man die umgebende Wasserfläche mit geschützten Korallenriffen hinzu, weist dieser Nationalpark eine Gesamtgröße von 430.000 Hektar auf – rund achtmal so groß wie der Bodensee. Touristisch ist der Coiba nur sehr begrenzt erschlossen, lediglich eine offizielle Übernachtungsmöglichkeit in überschaubare Größe steht zur Verfügung; ohne langfristige Voranmeldung keine Chance. Tagestrips werden jedoch angeboten vom Surfer-Spot Santa Catalina aus, und wer sich nicht daran stört, dass sich morgens gleich mehrere stark motorisierte Langboote auf die rund 90-minütige Wasserfahrt begeben, und wer die pauschaltouristischen Attitüden mit fein geschnittener Ananas zur Mittagszeit ausblenden kann, der genießt die fantastische Inselwelt mit atemberaubenden Baumbestand, das Schwimmen mit Schildkröten und Rochen und sanft angelegteWanderwege in die Wildnis. Heute profitiert Coiba davon, dass es beinahe das gesamte 20. Jahrhundert über lediglich als Strafkolonie diente und so vom Zugriff der Zivilisation verschont blieb. Der Zugang zu diesem Paradies kostet und wird von dernationalen Umweltbehörde kontrolliert und verwaltet.

In Summe verfügt Panama über insgesamt 15 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von rund 1,4 Millionen Hektar Größe. Das ist gemessen an der Größe des Landes vergleichsweise viel. Allerdings ist die überwiegende Mehrheit in den achtziger und neunziger Jahren gegründet worden; seither ist leider nichtmehr viel passiert. Zum Vergleich: Das rund fünfmal so große Deutschland weist derzeit 16 Nationalparks mit knapp 1,1 Millionen Hektar aus. Allerdings sind davon fünf Parks erst nach der Jahrtausendwende gegründet worden – der Stellenwert hierzulande hat sich also deutlich verbessert.

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