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Der gesamte Nationalpark ist eine Zone

LANDRAT DR. RÜCKERT ZUM VERKEHRSKONZEPT

Zentrales Element des Verkehrskonzept “Natur.Bewusst.Mobil”für die Nationalparkregion Schwarzwald ist der Ausbau der Regionalbuslinien, um die Menschen von der Schiene aus in den Nationalpark zu bringen. Freudenstadts Landrat Dr. Klaus Michael Rückert sagt, man werde die Bevölkerung mit attraktiven Angeboten dazu animieren, auf den ÖPNV umzusteigen.

Herr Landrat Rückert, wer ist genau zuständig für diese Maßnahme des Verkehrskonzepts?
Das Land ist für die Schiene zuständig und die vier Kreise, also der Stadtkreis Baden-Baden und die Landkreise Ortenau, Rastatt und Freudenstadt für die Busverbindungen. Doch wo viele den Hut aufhaben, wird es administrativ komplex. Gerade deshalb war es so unglaublich wichtig, dass wir es hinbekommen haben, die Grenzen der vier Verkehrsverbünde, die auf der Fläche des Nationalparks zusammenkommen, durchlässig zu gestalten. Der gesamte Nationalpark gilt jetzt als eine Zone.

Eine Zone – macht das für den Fahrgast einen Unterschied?
Definitiv. Wer per Schiene anreist, erhält über den BW-Tarif auch freie Mobilität am Zielort. Ist der eingetragene Zielort der Nationalpark Schwarzwald, inkludiert das Bahnticket auch sämtliche Fahrten mit den Regionalbuslinien im Park selbst. Das macht ungeheuer flexibel. Nicht alle Wanderwege im Park beginnen und enden am selben Ort. Wer also müde wird oder keine Lust mehr hat, bricht den Ausflug ab und steigt an einer der vielen Nationalparkbushaltestellen zu oder aus. Die werden leicht zu erkennen sein, ebenso die Busse selbst. Alle werden das Logo und die Farben des Nationalparks aufweisen.

Welche Routen befahren diese Linien?
Das Konzept fußt darauf, dass wir die Menschen an den zentralen Busbahnhöfen abholen wollen. Die befinden sich in Freudenstadt, Achern, Baiersbronn und Baden-Baden. Von dort aus starten die vier Achsen Richtung Ruhestein, wo sich die Linien treffen.

Wie sieht es mit der Anbindung aus den Tälern aus?
Dafür werden Zubringerbusse eingesetzt, die die Menschen aus den Tälern an Haltestellen der Regiobuslinien transportieren. Beispielsweise wird der Zubringer im Wolftal die Fahrgäste von Hausach an die Haltestelle in Freudenstadt-Kniebis chauffieren, wo sie in den Regionalbus umsteigen können. So entsteht eine gute mobile Abdeckung in der Fläche.

So wollen Sie den Individualverkehr im Park reduzieren?
Ja. Wir wollen, dass die Menschen die Möglichkeiten des ÖPNV nutzen. Das tun wir natürlich, um Lärm und Emissionen auf der Parkfläche zu reduzieren, aber auch, um die Parksituation zu entspannen. Das wollen wir nicht durch Verbote, sondern mit Angeboten erreichen. Dass es beispielsweise für Familien gute Gründe gibt, mit dem eigenen PKW in den Park fahren zu wollen, ist klar und das ist auch in Ordnung. Dafür entstehen aktuell zusätzlich Parkplätze: am Ruhestein und entlang der B 500, der Schwarzwaldhochstraße. Diese Parkplätze werden auch einbezogen sein. Doch bewirtschaftet werden sie, wie im Konzept vorgesehen, nicht von Anfang an, sondern stufenweise.

Wo und wie erfahren die Fahrgäste, wann und wo ein Bus abfährt?
Über eine webbasierte Plattform kann man einsehen, wo sich die Busse aktuell auf der Strecke befinden, ebenso die Parksituation, etwa am Ruhestein oder Schliffkopf. Die Plattform ist verlinkt mit den Webseiten der Nationalparkgemeinden, der Tourismusdestination Nationalparkregion und der Seite des Nationalparks selbst. Und natürlich hängen die Fahrpläne auch an den Haltestellen aus.

Wer darf die Busse nutzen und wo kommen die Fahrgäste überall hin?
Mitfahren kann jeder, der ein Ticket hat. Besucher, Schüler, auch Pendler aus der Region. Die Buslinien sind nicht nur interessant, um von den Park & Ride-Plätzen oder den Bahnhöfen zum Ruhestein zu gelangen. Sie sind sogar eine echte Alternative, um unkompliziert von Freudenstadt oder Baiersbronn aus an die Bahnhöfe der Rheinebene zu gelangen. Das war bislang nicht so gut möglich. Von Basel kommt man per Schiene sehr schnell nach Italien und von Karlsruhe aus über das Rhein-Ruhr-Gebiet weiter nach Hamburg. Das ist durchaus eine attraktive Alternative zum PKW.

Wie sieht es mit der Taktung der Fahrtzeiten aus?
Von 1. Mai bis 1. November fahren die Busse im Stundentakt. Die ersten Besucher kommen schon um 8.30 Uhr am Ruhestein an und können bis 20.30 Uhr bleiben. Im Winterhalbjahr fahren die Busse alle zwei Stunden. Der erste Bus kommt um 10.15 Uhr am Ruhestein an, der letzte fährt 18.30 Uhr von dort ab. Doch diese Taktung ist nicht in Stein gemeißelt. Anhand der Besucherzahlen werden wir evaluieren, ob wir mehr Fahrten anbieten müssen. Auch das Busangebot hängt vom Bedarf ab.

Was spricht noch für die Nutzung des ÖPNV-Angebots?
Abgesehen von der Bequemlichkeit einer stressfreien Anreise und der Flexibilität im Park gibt es definitiv weitere Anreize. Es ist geplant, dass Ranger ab und an die Busse begleiten und auf der Anfahrt einen kleinen Exkurs in die Parknatur geben, Fragen beantworten, Regeln erklären. Außerdem ist unser Ziel, dass jeder ÖPNV-Fahrgast einen Rabatt auf den Eintritt in das Nationalparkzentrum erhält.

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