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Vogelzug beobachten: der Charme des Schwarms

Nationalpark Schwarzwald Magazin, Vogelzug, Starenschwarm, Bild: Shutterstock/Piraneus

Sie fliegen und fliegen: Auf dem Weg in die Winterquartiere im Süden kann man so manchen Vogelzug auch über dem Schwarzwald beobachten. In Keilformation (beispielsweise Kraniche oder Wildgänse), als langgezogene, breite Reihe (unter anderem Tauben und Kiebitze) oder auch zu Tausenden in großen, wolkenartigen Schwärmen. Wie die Stare. Wenn ihr einen solchen Schwarm beobachtet, drängt sich euch bestimmt auch ganz schnell eine Frage auf:

Wie, zum Kuckuck, schaffen es diese zahllosen Vögel nur, so dicht beisammen und doch so akrobatisch in der Wolke zu fliegen, ohne ständig aneinander zu stoßen?

Grundsätzlich funktioniert es wohl so: Jeder einzelne Vogel kommuniziert nur mit einer festen Anzahl anderer Tiere. Ungefähr sechs, sieben Tiere gehören zu so einer Kleingruppe innerhalb des Schwarms bei den Staren, glauben Biologen herausgefunden zu haben. Ein einzelner Vogel behält also seine kleine Gruppe immer fest im Blick, egal, ob die einzelnen Vögel der Gruppe jetzt ganz dicht oder mehrere Meter entfernt von ihm fliegen. Jeder Vogel aus dieser Gruppe wiederum hat eine ähnlich große Gruppe an weiteren Vögeln im Blick und bleibt mit diesen in Kontakt. So hält der Schwarm zusammen, bleibt aber in seinen Bewegungen extrem flexibel. Und so kommt es zu den atemberaubenden Flugmanövern und dreidimensionalen, ständig wechselnden Mustern am Himmel, wenn Stare im Schwarm fliegen.

Zugvögel halten neben dem faszinierenden Schwarmverhalten weltweit auch einige erstaunliche Rekorde parat. Beispielsweise:

Längste Flugstrecke: Küstenseeschwalbe

Sie legt bis zu 50.000 Kilometer im Jahr zurück auf ihrem Weg von den Sommerbrutplätzen im Nordpolarmeer zu den Überwinterungsplätzen in der Antarktis und zurück!

Größte Flughöhe: Streifengans

Die Streifengans ist in den Hochebenen Zentralasiens zu Hause. Sie muss über den Himalaya fliegen auf ihrem Weg zu den Überwinterungsplätzen im Süden – in rund 9.000 Metern Höhe! Tja, Reinhold Messner – das hast selbst du noch nicht geschafft!

Kleinster Zugvogel: Rubinkolibri

Der kleine Flugkünstler wiegt gerade mal drei Gramm – so viel wie ein Zuckerwürfel. Trotzdem fliegt er jedes Jahr 1.000 Kilometer weit von Kanada nach Costa Rica zum Überwintern. Non-stop über den Golf von Mexiko in 18 Stunden. Dafür muss er 13 Millionen mal mit den Flügeln schlagen. Wahnsinn, oder?

Non-stop Rekordhalter: Pfuhlschnepfe

Sie fliegt von Neuseeland bis Alaska. Fast 12.000 Kilometer ohne Zwischenhalt in 200 Stunden. Das allerdings schaffen tatsächlich nur die Weibchen, die größer sind und mehr Fettreserven anlagern können. Männchen müssen in China einmal verschnaufen und sich neue Reserven anfuttern für die zweite Teilstrecke.

Größter Energiesparer: Weißstorch

Der schwere, große Vogel macht sich die warmen Aufwinde zunutze, um nicht zu viel Energie mit dem Flügelschlagen zu verschwenden. Er segelt aus unseren Breiten energieschonend bis nach Afrika – allerdings auf Umwegen. Denn direkt über dem Mittelmeer gibt es keine Aufwinde.

Das und viel mehr Interessantes zum Thema Zugvögel könnt ihr natürlich auch bequem von der Couch zu Hause aus anschauen.

Zum Beispiel in dieser „planet wissen“-Sendung aus dem Jahr 2015 mit dem Ornithologen und Verhaltensforscher Prof. Dr. Peter Berthold:

Oder ihr kommt mit den Rangern des Nationalparks Schwarzwald einfach mal raus in die Natur vor eurer Haustür und werdet selbst zum Vogelzug-Entdecker!

Zugvögel auf ihrem Weg in die Winterquartiere beobachten ist eine tolle Sache – dazu müsst ihr allerdings früh aufstehen! Treffpunkt für diese Exkursion ist schon um 7.30 Uhr. 🙂 Aber es lohnt sich, am frühen Morgen den Himmel zu beobachten, wenn die großen Trupps von Vögeln über den Schwarzwald fliegen. Und vielleicht auf den Grinden einen Zwischenstopp auf ihrem kräftezehrenden Weg in den Süden einlegen. Natürlich können euch die Ranger viele Infos zu diesem eindrucksvollen Schauspiel und den einzelnen Vogelarten, die ihr entdeckt, liefern.

  • Wann? Sonntag, 22. Oktober 2017, 7.30 bis 10 Uhr
  • Wo? Treffpunkt ist am Nationalparkzentrum Ruhestein
  • Wer? Alle geduldigen Entdecker und begeisterten Naturbeobachter ab 8 Jahren
  • Anmeldung? Ja bitte. Bis Samstag, 21.10., 16 Uhr im Nationalparkzentrum Ruhestein unter Telefon +49 7449 92998-444 oder per E-Mail unter veranstaltung@nlp.bwl.de
  • Sonst noch was? Bringt bitte ein Fernglas, feste Schuhe und warme Kleidung mit. Vom Treffpunkt geht es dann in Fahrgemeinschaften gemeinsam zu den Beobachtungspunkten

Weitere spannende Termine im Nationalpark Schwarzwald findet ihr im Veranstaltungskalender.

 

 

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Weitere Infos: abenteuerschwarzwald.com