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Wie lebt es sich mit dem Wolf?

Nationalpark Schwarzwald Magazin, Wolf im Herbst, Bild: Shutterstock/John Wijsman

Und wenn der Wolf kommt…

Wir sind das Zusammenleben mit dem großen Raubtier in Deutschland nicht mehr gewohnt. In fast allen anderen europäischen Ländern gibt es schon lange wieder Wölfe – oder sie waren nie ganz weg. Aber hier in Deutschland ist noch immer jede Wolfssichtung ein mediales Spektakel und löst heftige Diskussionen aus. Obwohl Deutschland bereits seit der Jahrtausendwende ganz offiziell wieder Wolfsland ist. Dass der Wolf irgendwann auch im Schwarzwald wieder heimisch wird, ist deshalb so gut wie sicher. Was also tun?

…dann laufen wir!?

Ganz sicher ist die Antwort aus dem altbekannten Kinderspiel nicht die Lösung für unsere Zukunft. Im Gegenteil müssen wir uns darauf einstellen, unseren Lebensraum wieder mit dem eigentlich altbekannten Raubtier zu teilen. Im Grunde geht es jetzt vor allem darum, Mittel und Wege zu finden, dass beide, Mensch und Tier, so reibungsfrei wie möglich nebeneinander existieren können.

Vom Blick auf die Nachbarn können wir viel lernen: über den Wolf an und für sich und wie wir uns und vor allem unsere Haus- und Nutztiere vor dem Wolf schützen können.

Hier findet ihr eine Wissens-Sendung des bayerischen Rundfunks dazu (Juli 2017):

Von Wölfen und Schafen

Deutschland ist also wieder Wolfsland: Aus dem ersten Wolfsrudel, das sich auf einem Truppenübungsplatz in der Lausitz häuslich eingerichtet hatte, sind bis heute etwa 70 Wolfsrudel geworden. Der Nordosten Deutschlands ist damit wieder nahezu flächendeckend vom Wolf besiedelt. Vor allem die Nutztierhalter, die ihre Rinder, Schafe und Ziegen auf die Weiden treiben, stehen seither vor der großen Frage, was zu tun ist, ohne gleich wieder an Ausrottung zu denken.

Gleichzeitig ist es auch für Naturschützer eine Herausforderung. Denn eine bedingungslose Romantisierung des Raubtieres ist auch nicht der richtige Weg: zum Streicheltier eignet sich der Wolf nicht. Soll das Zusammenleben von Wolf und Mensch wirklich gelingen, müssen Naturschützer und Weidetierhalter einen gemeinsamen Weg finden.

Weder Schreckensbiest noch Streicheltier. Einfach: ein Wildtier.

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, wie Wildtierexperten und Weidetierhalter im Schwarzwald die Situation sehen, dann kommt am Freitag, 18. August 2017 auf den Ruhestein. Journalist und Buchautor Eckhard Fuhr, die Wildtierexperten Peter Sürth und Laura Huber-Eustachi, der Förster Martin Hauser sowie Schäferin Ute Svensson treffen sich hier zu einer Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion. Außerdem geht es im Anschluss raus auf die Grinden, wo euch Ute Svensson anschaulich zeigen kann, was der Wolf für ihre Herden bedeutet und wie sie dem Thema begegnet.

  • Wann? Freitag, 18. August 2017, 17 bis 20.30 Uhr
  • Wo? Treffpunkt ist im Nationalparkzentrum Ruhestein
  • Kosten? 5,- Euro
  • Anmeldung? Ja bitte. Bis zum 17. August, 16 Uhr, per Telefon unter der Nummer +49 7449 92998-444. Oder per E-Mail.
  • Sonst noch was? Im Anschluss geht es ins Freie, also bitte an entsprechende Klamotten und Schuhe denken.

Die Personen

Der Journalist, Autor und Jäger Eckhard Fuhr beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage unseres Naturverständnisses. Zuletzt schrieb er das Buch „Rückkehr der Wölfe“ und das kulturhistorische Tierporträt „Schafe“. Fuhr studierte Geschichte und Soziologie in Freiburg, arbeitete als politischer Redakteur bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und als Kulturchef bei der „Welt“ und lebt heute als freier Autor in Berlin.

Peter Sürth ist anerkannter Experte für Wolf, Luchs und Bär und seit einigen Jahren auf dem Weg der Wölfe durch ganz Europa unterwegs. Seit  Jahren setzt er sich für die Akzeptanz von großen Raubtieren ein. Laura Huber-Eustachi arbeitet als Wildtierökologin an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, die mit dem Monitoring von Wölfen in Baden-Württemberg beauftragt ist. Neben dem Monitoring beschäftigt sie sich mit der Ökologie von Wölfen sowie Möglichkeiten des Herdenschutzes.

Schäferin Ute Svensson ist seit 1998 mit ihren Schafherden auf den Grinden des Nordschwarzwalds unterwegs und unterstützt damit die Offenhaltung dieser wertvollen Kulturlandschaft.

Martin Hauser ist Revierleiter bei der Forstbezirksleitung Forbach und seit über 30 Jahren Mitglied der Kreisjägervereinigung Calw (Landesjagdverband Baden-Württemberg).

Bilder: Shutterstock/John Wijsman, Peter Sürth, Shutterstock/outdoorsman, Arne Kolb

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