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Fünf-Sterne-Camping im Wald

Camping Langenwald: Topadresse in der Nationalparkregion

Eine Bebauung sucht man weit und breit vergebens. Wald, wohin das Auge blickt. Freudenstadt liegt schon einige Kilometer zurück und bis Kniebis ist’s auch noch ein Stück. Und doch liegt inmitten dieser Waldidylle ein Kleinod, das zu den herausragenden Destinationen für Campingfreunde aus dem In- und Ausland zählt. „Camping Langenwald“ steht auf einem eher unscheinbaren Schild am Rande der B 28 und beschreibt nur unzureichend, um was für ein außergewöhnliches Refugium aus Natur, Erholung, Erlebnis und familiärer Betreuung es sich hierbei handelt. „Camping Langenwald“ ist einer von 17 zertifizierten Fünf-Sterne-Campingplätzen in Baden-Württemberg und eine von nur drei mit einem Ökolabel ausgezeichneten Einrichtungen dieser Art in ganz Deutschland.

Thomas Eiermann und seine Tochter Lea sitzen im urgemütlichen Wohnzimmer ihres Wohnhauses, einem umgebauten Sägewerk, und blicken nicht ohne Stolz auf das Produkt ihrer jahrzehntelangen Bemühungen. Der Blick durch die breite Fensterfront schweift über das Schwimmbad, drei Blockhäuser idyllische Freiflächen für Wohnmobile und Zelte sowie die Zufahrt zum Campingplatz. Auf der anderen Seite liegen Kiosk, hochmoderne Wasch- und Aufenthaltsräume, Gastronomiebetrieb und erneut diese unbeschreiblich schöne Idylle aus Wiesenflächen, Baumstümpfen und dem Wasserlauf des Forbach, der einige Kilometer weiter bei Baiersbronn in die Murg mündet. Hier hat die Natur fantastisch Hand angelegt und den Menschen etwas bereitgestellt, was diese seit Jahren vortrefflich zu nutzen wissen

Und anders als die oft auf Gewinnmaximierung und Effizienz ausgelegte Gesellschaft agieren Thomas und Lea Eiermann nach der Maxime „weniger ist mehr“. „Wir dünnen seit Jahren die Zahl der Stellflächen aus und schaffen damit größere Räume für unsere Gäste“, sagt Thomas Eiermann. Die Folge: In Langenwald fühlen sich die Camper nicht wie Heringe in der Büchse und danken es mit starken Buchungszahlen oder anders ausgedrückt: Wer in der Hochsaison im Juli und August 2020 für einen längeren Zeitraum einen Platz in Langenwald ergattern will, hätte schon im letzten Sommer anklopfen müssen. Zur Philosophie gehört aber auch: Immer ein paar Restplätze freihalten! „Wir möchten auch dem Spontanentscheider oder dem vorbeifahrenden Touristen die Möglichkeit einer Übernachtung geben“, sagt Lea Eiermann, die sich trotz der vielen Stammgäste, vor allem aus den Niederlanden, gegen den typischen Dauercampingplatz ausgesprochen hat. „Das sind wir nicht. Wir möchten keinen Zaun ums Zelt, keine Gartenzwerge oder andere Insignien eines klassischen Dauercampers“.

Das Areal der Familie Eiermann wird erst seit 1954 als Campingplatz geführt. Das damalige Sägewerk konnte nicht weitergeführt werden und weil sich nach dem Krieg auch im Schwarzwald so langsam Wanderer einfanden und vermehrt die Frage nach einem Übernachtungsplatz aufkam, hat die Besitzerin das traumhafte Fleckchen Erde als Campingplatz ausgewiesen. 1974 schlug dann die Stunde der Eiermanns. Vater Karl Eiermann, bis dahin Bäcker und begeisterter Camper, musste akzeptieren, dass seine beiden Sprösslinge das Bäckerhandwerk nicht erlernen wollten, und sah im ausgeschriebenen Campingplatz Langenwald seine Chance, künftig seine Begeisterung mit dem Beruf zu verbinden. Er erkannte die Qualität der Lage und die enormen Freizeitmöglichkeiten. Was danach folgte ist die klassische Geschichte von Tatkraft, Mut, Risikobereitschaft, hohem Servicegedanken und Familienzusammenhalt. Das Credo: „Nur gemeinsam sind wir stark!“ Die Eiermanns entwickelten den Campingplatz, bauten ihn stetig aus, modernisierten die Infrastruktur, ergänzten die Zelt- und Wohnmobilflächen um drei gemütliche und anmietbare Blockhäuser, das Schwimmbad, Trocken- und Aufenthaltsräume oder die gastronomische Versorgung. Und damit nicht genug: Nach der Saison wird in der Regel das eigene Wohnmobil gepackt und Urlaub auf irgendeinem Campingplatz in Europa verbracht, weil „wir immer auch schauen müssen, wie es woanders läuft“, sagt Thomas Eiermann.

Nach dem Tod von Vater Karl im Jahr 1990 übernahm Thomas die Verantwortung, und wenn heute ein Tagesablauf beschrieben werden soll, sind noch immer Oma Ursula, Thomas und Elisabeth sowie die Enkel Lea und deren Bruder Karl gefragt. Thomas Eiermann: „Angestellte haben und wollen wir keine. Dafür sind wir zu klein“. Obwohl der Leistungsdruck vor allem in der Hochsaison hoch sei, sieht Lea Eiermann die positiven Seiten: „Für uns alle ist der Campingplatz auch Leidenschaft. Wir sind hier groß geworden, kennen viele Gäste seit Jahren persönlich. Das ist unsere Heimat“. Und bei Lichte betrachtet müsse man halt auch zugeben, dass außerhalb der Saison die Drehzahl deutlich zurückgeschraubt werden könne. „Dann erholen wir uns – und planen Optimierungen für das kommende Jahr“.

Seit Jahren ist Camping Langenwald auch Partner des 2014 gegründeten Nationalparks. Eiermanns führen das offizielle Partnerschaftslabel in ihrer Marketingkommunikation und bestätigen gerne, dass die Nachfrage seit der Nationalparkgründung gestiegen ist. „Leider sind wir flächenmäßig so eingeschränkt, dass wir von diesem Schub nicht profitieren können“, sagt Thomas Eiermann. So bleibt der Campingplatz Langenwald ein kleiner, aber sehr feiner Ausgangspunkt für ausgiebige Wander- und Mountainbiketouren, für kindgerechte Erlebnisse – selbst Forellenangeln im Forbach ist erlaubt.

Weitere Informationen:
www.camping-langenwald.de

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